Caritasverband für Hamburg e.V. - FAQ - Kinder und Jugendliche

www.cvhamburg.caritas.de
FAQ
FAQ Kinder und Jugendliche
FAQ Eltern
FAQ Schwangere



Online-Beratung

FAQ - Kinder und Jugendliche

Online-Beratung

Wir haben für Euch einige Fragen, die in der Online-Beratung und in Beratungsgesprächen schon einmal gestellt worden sind und immer wieder gestellt werden, gesammelt. Diese häufig gestellten Fragen (englisch: Frequently Asked Questions = FAQ) haben wir hier zusammengefasst und thematisch sortiert:

Computersucht
Schlaflosigkeit
Übergewicht
Psychotherapie
Eigene Wohnung / Wohnungssuche
Mobbing


Computersucht
Mein Freund verbringt die ganze Zeit im Netz. Ich habe gehört, dass man davon auch süchtig werden kann.

Du scheinst Dir Sorgen zu machen und Du fühlst Dich unsicher, ob das lange Internet-Surfen Deines Freundes noch normal ist. Es gibt keine genaue Grenze, die besagt, wie viele Stunden im Internet noch gesund sind und wie viele nicht. Aber Du kannst beobachten, ob sich das Verhalten Deines Freundes verändert.
Wenn Dein Freund beispielsweise unfähig ist, sich eine zeitliche Grenze zu setzen und Angst hat etwas zu verpassen, sobald er den PC ausschaltet, ist das schon bedenklich. Von Onlinesucht spricht man aber erst, wenn er immer mehr Zeit im Internet verbringen möchte und die Kontrolle über sein Tun verloren hat. Es können dann sogar Entzugserscheinungen wie Unruhe, Unzufriedenheit und Gereiztheit auftreten.
Wenn Du mit Deinem Freund Zeit verbringst und ihr Spaß dabei habt (ohne gleich wieder im Netz zu sein), bist Du schon eine große Hilfe für ihn. Du kannst ihn auch unterstützen, indem ihr offene Gespräche über die Vor- und Nachteile der Internetnutzung führt und ihm sagen, dass Du Dir Sorgen machst. Und bestimmt findest Du viele Wege, Deinem Freund zu zeigen, wie wichtig er Dir ist. Das braucht er ganz besonders.


Schlaflosigkeit
Ich kann abends einfach nicht einschlafen und komme morgens dann nicht rechtzeitig in die Schule. Habt ihr einen Tipp für mich?

Einschlafen zu können hat ganz viel damit zu tun, wie leicht es Dir in Deiner Umgebung fällt bzw. wie gut es Dir selbst gelingt, zur Ruhe zu kommen.
Es gibt eine Menge Dinge, die Du selbst dafür tun kannst, um besser einzuschlafen. Vor allem, indem Du ganz allgemein für Ruhe in Deinem Leben sorgst. Das bedeutet, Dauerkonflikte und chronischen Stress (z.B. Ärger mit den Eltern oder Lehrern) "aus der Welt zu schaffen", aber auch Streit und Aufregung vor dem Zu-Bett-gehen zu meiden. Ausreichend Sport am Tage zum Stressabbau sollte für Dich selbstverständlich sein, so kannst Du Dich richtig auspowern und abends gut einschlafen. Daneben gibt es spezielle Entspannungsverfahren, die erlernbar sind und vor dem Schlafengehen eingesetzt werden.
Es ist hilfreich, den Abend ruhiger zu gestalten. Dazu kannst Du Dir ein kleines Abendritual basteln, wie z.B. leise Musik hören, einen Spaziergang machen oder ein Entspannungsbad nehmen. Auch ein Glas Milch oder Tee zu trinken und Tagebuch zu schreiben, könnte Bestandteil Deines Schlafrituals sein.


Übergewicht
Ich bin Anfang 20 und stark übergewichtig. Ich habe schon viele Diäten versucht, aber es nie geschafft durchzuhalten.

Meist sind es mehrere Faktoren, die zur Entstehung von Übergewicht führen. Möglicherweise sind Sie eine "gute Futterverwerterin". Vielleicht gehören Sie aber auch zu den Menschen, die Langweile oder Unwohlsein durch vermehrtes Essen und Trinken ausgleichen möchten.
Wenn Sie wirklich entschlossen sind, eine Veränderung herbeizuführen, ist es hilfreich, die bisherigen Essens-, Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten für eine gewisse Zeit, z.B. mit Hilfe eines Kalenders, genau aufzuschreiben. Diese Übersicht hilft Ihnen, Ihre Gewohnheiten zu erkennen und neue Verhaltensweisen zu trainieren (z. B. Autofahren gegen Radfahren ersetzen, den Fahrstuhl oder die Rolltreppe durch Treppensteigen, die Limonade gegen das Mineralwasser).
Die Erfahrung zeigt, dass nur solche Maßnahmen erfolgreich sind, die das Ernährungsverhalten und die Bewegungsgewohnheiten auf Dauer verändern. Die Kalorienaufnahme selbst muss gar nicht so drastisch reduziert werden, wie Sie vielleicht meinen. Ihr Körper pendelt sich ohnehin nur langsam auf ein neues Gewichtsniveau ein.


Psychotherapie
Ich habe großen Ärger in der Schule. Es gab schon einige Gespräche deswegen. Nun soll ich eine Psychotherapie machen. Was erwartet mich dabei?

Psychotherapie bedeutet Gespräche mit jemandem zu führen, der dafür eine besondere Ausbildung hat. Dies ist häufig ein Psychologe, kann aber auch ein Arzt, Pädagoge oder Sozialpädagoge sein. Zunächst entscheidest Du darüber, ob Du zu einem Mann oder zu einer Frau gehen möchtest. In einer Probestunde hast Du schließlich Gelegenheit, Deine/n Therapeutin/en zu "beschnuppern".
Was dann in der Therapie geschieht, hängt ganz viel von Dir ab. Du selbst bestimmst, worüber Du sprechen möchtest. Wenn Du Lust hast, werdet Ihr auch etwas gemeinsam tun, z. B. Dart, Kicker oder am Computer spielen.
Ganz sicher wird es nicht darum gehen, dass mit Dir etwas nicht in Ordnung ist - eher im Gegenteil. Es geht um die Dinge, die Du gut kannst, die Dir Spaß machen und die wirklich zu Dir gehören. Dein Therapeut möchte, dass Du Dich selbst besser kennen lernst. Vor allem geht es dabei um Deine Gefühle, die mit bestimmten Ereignissen oder Beziehungen verbunden sind. Denn die Probleme von Menschen nehmen ab oder verschwinden ganz, wenn sie ihre Gefühle verstehen.


Eigene Wohnung / Wohnungssuche
Ich brauch dringend einen Rat von euch! Ich bin 19 Jahre alt, habe großen Ärger zu Hause und möchte so schnell wie möglich ausziehen, habe aber kein Geld für eine eigene Wohnung! Ich kenne mich damit leider nicht so gut aus. Könnt Ihr mir helfen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Dir dabei helfen können. Da ich aber nicht genau weiß, ob Du noch zur Schule gehst oder eine Ausbildung machst, gebe ich Dir mal einen kurzen Überblick:
Wenn Du gerade eine Ausbildung machst, bekommst du ja Dein Ausbildungsgehalt. Zusätzlich gibt es Kindergeld und Du kannst eine sogenannte "Ausbildungsbeihilfe" beantragen, damit Du eine Wohnung finanzieren kannst.
Wenn Du noch zur Schule gehst, bekommst Du Kindergeld. Eventuell kannst Du Schüler- Bafög beantragen oder Hartz IV.
Wenn Du gerade keine Schule besuchst und auch keine Ausbildung machst, besteht die Möglichkeit Hartz IV zu beantragen. Allerdings wird dieser Antrag nur genehmigt, wenn bei Dir ein Härtefall festgestellt wird. Im Allgemeinen spricht man vom Härtefall, wenn "das körperliche und geistige Wohl in Gefahr ist". Das klingt etwas geschwollen, aber die Mitarbeiter beim Jugendamt, die diesen Härtefall festlegen, helfen Dir da gerne weiter.


Mobbing
Ich werde in meiner Klasse gemobbt. Ich habe lange überlegt, ob ich Euch schreiben soll. Aber ich halte das nicht mehr aus. Das geht schon seit einem Jahr so und ich weiß nicht mehr weiter. Bitte helft mir!

Ich freue mich, dass Du den Mut gefunden hast uns zu schreiben. Du scheinst Dich mit der Situation alleine zu fühlen und daher möchte ich dich ermutigen, Dich einem Freund, einer Freundin oder jemand Anderem aus der Klasse, bei dem Du ein gutes Gefühl hast, anzuvertrauen.
Es wäre zudem sinnvoll, mit einem Lehrer darüber zu sprechen. Oftmals bemerken sie Mobbing nicht. Ganz wichtig ist also, sich Verbündete zu suchen, die einen unterstützen können und wollen. Mit Deinen Eltern oder einem Elternteil solltest Du auch darüber sprechen. Sie können Dich auch im Gespräch mit Deinem Lehrer oder Direktor unterstützen.
Im Internet gibt es die Möglichkeit verschiedene Mobbing-Erfahrungen miteinander auszutauschen und Du erfährst, dass es vielen Schülern ähnlich geht. Dort findest Du dann auch einige praktische Tipps, die Dir weiterhelfen können.
Eine weitere Möglichkeit wäre ein Gespräch in einer Erziehungsberatungsstelle, denn dort haben die Mitarbeiter mit dem Thema Mobbing viel Erfahrung und können Dir Lösungswege aufzeigen.


Caritasverband für Hamburg e.V. | Danziger Straße 66 | 20099 Hamburg