Caritasverband für Hamburg e.V. - FAQ - Eltern

www.cvhamburg.caritas.de
FAQ
FAQ Kinder und Jugendliche
FAQ Eltern
FAQ Schwangere



Online-Beratung

FAQ - Eltern

Online-Beratung

Einige Fragen sind in der Online-Beratung und in Beratungsgesprächen schon einmal gestellt worden und werden immer wieder gestellt. Diese häufig gestellten Fragen (englisch: Frequently Asked Questions = FAQ) sind hier zusammengefasst und thematisch sortiert.

Pubertät / Alleinerziehend
Patchworkfamilie
Hänseln/Mobbing
Schwierigkeiten in der Erziehung
Unterschiedliche Erziehungsvorstellungen
Einnässen bei kleineren Kindern

Einnässen bei älteren Kindern
Trennung und Scheidung


Pubertät / Alleinerziehend
Ich bin alleinerziehende Mutter und habe Stress mit meiner 15-jährigen Tochter. Ständig kommt sie zu spät und hält Verabredungen nicht ein. Ich weiß langsam nicht mehr weiter, sie raubt mir meine ganze Kraft. Können Sie mir einen Rat geben?

Es wichtig, dass Sie Ihrer Tochter deutliche Grenzen setzen. Auf nicht eingehaltene Verabredungen müssen Konsequenzen erfolgen, wie z.B. Taschengeld- oder Ausgehzeitverkürzungen. Auf der anderen Seite braucht Ihre Tochter Unterstützung dabei, selbst Verantwortung zu übernehmen. Das Leben mit einem Jugendlichen ist in jedem Fall eine Herausforderung und viele Eltern gelangen an ihre Grenzen. Ich möchte Sie dazu ermutigen, einerseits im Erziehungsverhalten konsequent zu bleiben und Ihrer Tochter auf der anderen Seite Gesprächsangebote zu machen.
Insbesondere als Alleinerziehende ist für Sie die Alltagsbelastung mit Sicherheit besonders hoch. Hier ist es wichtig zu schauen, welche Entlastungsmöglichkeiten es für Sie gibt. Treffpunkte für Alleinerziehende bieten beispielsweise die Möglichkeit, sich mit anderen Müttern und Vätern in ähnlichen Situationen auszutauschen.


Patchworkfamilie
Wir sind eine Patchwork-Familie mit 2 Kindern. Ständig kommt es zwischen mir und meinem Partner zu Missverständnissen. Dennoch lieben wir uns. Was können wir machen?

Missverständnisse gehören zum Alltag einer jeden Partnerschaft und Familie. Daher ist es hilfreich, gemeinsam einige Regeln aufzustellen, die das "Miteinander-sprechen" erleichtern. Beispiele für Gesprächsregeln sind: "Ich lasse meinen Gesprächspartner ausreden" oder "Du erzählst 15 Minuten lang von deinen Eindrücken und dann erzähle ich 15 Minuten lang, was mich beschäftigt". Es kann auch helfen einfach mal nachzufragen: "Habe ich dich an dieser Stelle richtig verstanden, du möchtest?" Wichtig ist, dass Sie diese Regeln gemeinsam aufstellen. So können Sie sich leichter über die Erziehung Ihrer Kinder sowie über andere wichtige Dinge des Alltags austauschen.
Der nächste Schritt wäre dann, gemeinsam nach Veränderungszielen zu schauen: Was möchten Sie als Paar oder in der Familie verändern und wie können Sie das erreichen? Viele Paare erleben es als sehr hilfreich, sich dafür zu einem regelmäßigen Termin zu verabreden.


Hänseln/Mobbing
Unser Sohn (7) hat schon mehrfach erzählt, dass er in der Schule gehänselt wird. Wie können wir ihm helfen, mit diesem Problem umzugehen?

Wie gut, dass Ihr Sohn mit Ihnen über die Hänseleien sprechen kann. Als Eltern können Sie mit ihm verschiedene Reaktionsmöglichkeiten besprechen, wie z.B. konsequentes Ignorieren der Hänseleien. Oder Sie überlegen sich gemeinsam mit Ihrem Sohn Sätze, die er als direkte Antwort einsetzen kann, z.B. "Mir gefällt mein Schulranzen, ich habe ihn mir selbst ausgesucht" oder "Lass mich jetzt in Ruhe". Vermitteln Sie Ihrem Sohn, dass er nicht der Einzige ist, der unter Hänseleien leidet. Jedes Kind erfährt in der Regel irgendeine Art von Hänselei in Bereichen, in denen es sich von anderen unterscheidet.
Eine Klärung der Ursachen kann mitunter hilfreich sein. Führen Sie ein Gespräch mit der Lehrerin Ihres Sohnes, um auch von Ihr eine Einschätzung zu bekommen. Kinder hänseln andere Kinder aus unterschiedlichen Gründen, u.a. aus Neid oder Gefühlen der Minderwertigkeit. Es ist möglich, dass die anderen Kinder auf Ihren Sohn und seine Erfolge eifersüchtig sind. Oder sie fühlen sich durch bestimmte Verhaltensweisen Ihres Sohnes angegriffen. Dann würde es darum gehen, diese Verhaltensweisen herauszufiltern und zu verändern. Wenn sie weitere Fragen haben oder konkrete Hilfestellungen benötigen, wenden Sie sich gerne wieder an die Online-Beratung, damit wir nach weiteren Lösungen suchen können.


Schwierigkeiten in der Erziehung
Ich bin alleinerziehende, berufstätige Mutter. Meine Tochter ist fünf Jahre alt, und ich habe Schwierigkeiten bei der Erziehung. Bei jeder Entscheidung, die ich treffe, macht sie Theater, oft beschimpft sie mich. Ich habe das Gefühl, das sie mich ablehnt. Können Sie mir helfen?

Als alleinerziehende und berufstätige Mutter erleben Sie eine Doppelbelastung, die viele Herausforderungen mit sich bringt. Es ist möglich, dass Ihre Tochter Ihre Alltagsbelastung als alleinerziehende Mutter spürt und mit ihrem Verhalten darauf reagiert. Die ablehnende Haltung eines Kindes ist oftmals Ausdruck des Wunsches nach mehr Nähe und Zuneigung. Unter Umständen wäre es hilfreich, eine feste Spielzeit mit ihr einzurichten, z.B. eine Stunde am Tag, die Sie täglich mit Ihrer Tochter spielen oder Bücher anschauen. Manchmal ist es nicht ganz einfach, dies in den Alltag einzubauen. Dennoch ist die Wirkung oftmals verblüffend. Auch konsequentes Erziehungsverhalten ist sehr wichtig. Es hilft Kindern, wenn sie deutliche Grenzen erkennen können, z.B. in Form von klar formulierten Sätzen und Anweisungen: "Jetzt räumst du die Spielsachen in die Box und wenn du fertig bist, fahren wir gemeinsam Fahrrad". Hilfreich kann es dabei sein, wenn Sie sich mit ihrer Tochter auf eine Augenhöhe begeben und Blickkontakt zu ihr aufnehmen. Damit stellen Sie zum einen sicher, dass sie Ihnen wirklich zuhört. Zum anderen fühlt Ihre Tochter sich von Ihnen ernst genommen.


Unterschiedliche Erziehungsvorstellungen
Es nervt mich, dass mein Mann und ich unseren Sohn ganz unterschiedlich erziehen. Wenn unser Kleiner (2) am Tisch kleckert oder zappelt, dann wird mein Mann laut, schimpft den Kleinen aus, bis er weint. Ich weiß gar nicht, was ich machen soll. Was kann ich tun?

Ich habe den Eindruck, dass Sie sich unsicher fühlen, wie Sie mit dem Erziehungsverhalten Ihres Mannes umgehen sollen. Wie Sie beschreiben, reagiert Ihr Sohn traurig und ängstlich auf das Meckern Ihres Mannes. Er kann sich in dieser Situation nicht wehren. Erfährt ein Kind häufiger solche unkontrollierbaren Reaktionen, wird es wahrscheinlich zunehmend mit Angst reagieren. Aus diesem Grund ist es meiner Einschätzung nach ratsam, die Situation gemeinsam mit Ihrem Mann zu besprechen. Möglicherweise ist er sich seiner Wirkung auf den Kleinen nicht bewusst. Letztlich geht es ja darum, als Eltern eine gemeinsame Haltung zu entwickeln. Dies bedeutet, sich darüber auszutauschen, an welcher Stelle die Erziehungsvorstellungen ähnlich sind, und wo unterschiedliche Meinungen bestehen. Gemeinsam zu einer guten Lösung zu gelangen bedeutet unter Umständen, Kompromisse einzugehen. Hierfür müsste die Bereitschaft beider Partner bestehen. Wenden Sie sich gerne wieder an mich, wenn Sie weitere Unterstützung in der Umsetzung wünschen.


Einnässen bei kleineren Kindern
Mein Sohn ist gerade vier Jahre alt geworden. Nachts macht er manchmal noch ins Bett. Er schläft so fest, dass er nichts merkt. Muss ich mir Sorgen machen?

Bis zum fünften Lebensjahr kann es durchaus vorkommen, dass Kinder nachts noch ab und zu ins Bett machen. Kommt dies nicht jede Nacht vor, können Sie in dieser Angelegenheit noch etwas abwarten. Wenn er in etwa einem halben Jahr immer noch ins Bett macht, würde ich einen Kinderarzt aufsuchen. Es können körperliche oder seelische Ursachen zugrunde liegen - dies wäre dann zu gegebenem Zeitpunkt abzuklären. Zum jetzigen Zeitpunkt besteht kein Anlass zur Sorge.
Achten Sie darauf, wie es Ihrem Sohn in dieser Situation geht, und versuchen Sie, nicht mit ihm zu schimpfen, sondern selbst ruhig zu bleiben. Sollte es Hinweise darauf geben, dass Ihr Sohn sich sehr schämt und Probleme mit dem Einnässen hat, kann es hilfreich sein, mit ihm darüber zu sprechen, dass das Einnässen in diesem Alter nicht schlimm ist - es gibt viele Kinder in seinem Alter, denen es genauso geht.


Einnässen bei älteren Kindern
Unser Kind ist neun Jahre alt und macht immer noch jede zweite bis dritte Nacht ins Bett. Es belastet unseren Sohn sehr, dass er nicht auf Klassenreisen fahren und bei Freunden übernachten kann. Wir haben bereits einiges ausprobiert, wissen jedoch langsam nicht mehr weiter.

Zunächst ist es ganz wichtig organische Ursachen für das Einnässen auszuschließen. Die Ursache kann in einer Erkrankung innerer Organe liegen, wie beispielsweise einer zu kleinen Blase. Um eine organische Ursache tatsächlich ganz auszuschließen, würde ich eine umfangreiche kinderärztliche Untersuchung empfehlen.
Auch tiefergehende Konflikte und schwerwiegende emotionale Probleme können Ursache für das Einnässen im Alter Ihres Kindes sein. Liegt also keine organische Ursache zugrunde, kann eine eingehende psychotherapeutische Behandlung erforderlich sein. Die Verhaltenstherapie zeigt in der Therapie des Bettnässens sehr gute Effekte und ist von daher für die Behandlung zu empfehlen. Der Vorteil einer verhaltenstherapeutischen Behandlung liegt darin, dass sowohl Ihr Kind Unterstützung bekommt als auch Sie als Eltern Anleitung und Begleitung erhalten, um mit den bestehenden Schwierigkeiten fertig zu werden. Ihr Kind könnte sich beispielsweise das Ziel setzen, bald ohne Einnässen bei einem Freund/einer Freundin zu übernachten oder ähnliches. Auf dieses Ziel kann dann mit der entsprechenden Unterstützung hingearbeitet werden.


Trennung und Scheidung
Seit der Trennung vor einem halben Jahr wird es zwischen meinem Mann und mir eigentlich nur noch schlimmer. Wir können kaum mehr miteinander sprechen. Es ist ein regelrechter Kampf um die Kinder entstanden, die bei mir leben. Meine achtjährige Tochter und mein fünfjähriger Sohn leiden sehr darunter. Ich weiß mir keinen Rat mehr und brauche dringend Hilfe.

Trennung und Scheidung bedeutet für alle Familienmitglieder eine große Umbruchsituation und vor allem für die Kinder eine große Verunsicherung. Ihre Kinder brauchen Mutter und Vater, auch wenn Sie sich nicht mehr verstehen. Es ist wichtig, dass sich beide Elternteile um ihre Kinder kümmern und ihnen erklären, dass sie keine Schuld an der Situation haben.
Wichtig ist, dass das eine Elternteil den Anderen vor den Kindern nicht abwertet. Kinder geraten sonst leicht in Gewissenskonflikte, weil sie es Mutter und Vater recht machen wollen.
Der Alltag zeigt, wie schwer es für die Eltern ist, die Paarkonflikte zu lösen. Oft entsteht ein bitterer Kampf um das Sorge- und Umgangsrecht. Wenn sie feststellen, dass die eigenen Lösungsversuche nicht greifen - was übrigens häufig der Fall und somit völlig normal ist - empfiehlt es sich, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Auskünfte über Hilfeangebote geben beispielsweise das Jugendamt sowie Erziehungs- und Familienberatungsstellen.


Caritasverband für Hamburg e.V. | Danziger Straße 66 | 20099 Hamburg