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Das Recht auf Familie gilt für alle

Mit ihrem Kompromiss zum Familiennachzug für subsidiär geschützte Flüchtlinge verstoßen CDU und SPD gegen die Rechte der Betroffenen und nehmen Flüchtlingen ihre Zukunftsperspektive. Das stellen die Hamburger Wohlfahrtsverbände anlässlich des heutigen Bundestagsbeschlusses in einem Positionspapier fest. Das Papier wird unterstützt vom Deutschen Gewerkschaftsbund Hamburg, dem Flüchtlingsrat Hamburg, dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der Nordkirche, dem Sozialverband Deutschland Landesverband Hamburg, dem Verband binationaler Familien und Partnerschaften Landesverband Hamburg sowie von der Flüchtlingsbeauftragten der Nordkirche Dietlind Jochims.

Nach dem Beschluss des Bundestags wird die Aussetzung des Familiennachzugs für subsidiär geschützte Flüchtlinge verlängert, bis zum 31. Juli soll eine Neuregelung erarbeitet werden. CDU und SPD haben angekündigt, den Familiennachzug ab dem 1. August auf 1.000 Menschen pro Monat begrenzen zu wollen. Eine bereits bestehende Härtefallregelung soll weiterhin angewendet werden. In ihrem Papier kritisieren die Wohlfahrtsverbände diese Regelung als rechtswidrig sowie inhuman und zeigen die integrationspolitischen Konsequenzen einer Kontingentierung auf. Gemeinsam mit den Unterstützern des Papiers halten die Verbände an der Forderung fest, den Familiennachzug ohne Ausnahme wieder zuzulassen.

Sandra Berkling, stellvertretende Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (AGFW), dem Zusammenschluss der Hamburger Wohlfahrtsverbände: "Mit ihrem Kompromiss missachten CDU und SPD konsequent geltendes Recht und handeln außerdem integrationspolitisch höchst fragwürdig. Denn das Recht auf Familie ist vom Grundgesetz geschützt und gilt für alle Menschen, also auch für alle Flüchtlinge, unabhängig vom Schutzstatus. Wenn eine neue Bundesregierung den Zuzug nur 1.000 Menschen pro Monat bzw. in Härtefällen gewährt, verletzt sie dieses Grundrecht. Gleichzeitig erschwert sie den Betroffenen die Integration in unsere Gesellschaft."

Caritas-Studie: Hohe Wohnkosten bedeuten erhebliches Armutsrisiko

Zunehmend werden Familien, alte und einkommensschwache Menschen oder Studenten in Großstädten und Ballungsgebieten aus Stadtvierteln verdrängt. Die aktuelle Caritas-Studie "Menschenrecht auf Wohnen" zeige deutlich, wie knapper Wohnraum und steigende Mieten tief in das Leben der Menschen eingreifen.

Wohnungsnot schwächt gesellschaftlichen Zusammenhalt

"Immer mehr Menschen erfahren, dass sie nahezu chancenlos auf dem Wohnungsmarkt sind. Oder sie müssen mehr als ein Drittel ihres Einkommens für Miete und Wohnkosten ausgeben. Wenn zunehmend der Geldbeutel bestimmt, wie sich Stadtteile und Quartiere zusammensetzen, führt dies zu einem Auseinanderdriften von Milieus und schwächt so den gesellschaftlichen Zusammenhalt", macht Neher deutlich.

Bezahlbares Wohnen für Entwicklung von Kindern wichtig

Familie mit ihrem Wohnzimmer auf der Straße

Um zu erfahren, wie die Bevölkerung das Problem wahrnimmt und welche Lösungsmöglichkeiten Unterstützung finden würden, hat das Institut IPSOS im Auftrag des Deutschen Caritasverbandes eine repräsentative Befragung durchgeführt. Die Caritas-Studie "Menschenrecht auf Wohnen" zeigt, dass bezahlbares Wohnen neben Pflege, Kinderarmut und Alterssicherung zu den drängendsten politischen Themen gehört. In die Höhe schnellende Wohnkosten bewerten 79 Prozent der befragten Menschen als erhebliches Armutsrisiko. 77 Prozent sehen demzufolge die Entwicklung von Kindern beeinträchtigt. Hohe Wohnkosten führen für drei Viertel der Befragten zu einer räumlichen Trennung von armen und reichen Menschen und begründen die Gefahr von Obdachlosigkeit.

Das Problem ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen

Steigende Mieten und Wohnungsknappheit treffen nicht nur Menschen mit geringem Einkommen. Auch Krankenschwestern, Polizisten oder Erzieherinnen spüren, dass bezahlbarer Wohnraum mittlerweile Mangelware ist. "Das Problem hat die Mitte unserer Gesellschaft erreicht. Als Wohlfahrtsverband prüfen wir Möglichkeiten, wie es gelingen kann, den Wohnraummangel zu minimieren und machen Projekte bekannter, die im Sozialraum den Zusammenhalt fördern", so Neher.

Unter der Kampagnen-Homepage www.zuhause-für-jeden.de finden sich praktische Beispiele, sozialpolitische Positionen und ein interaktives Spiel, das die Mietbelastung in verschiedenen deutschen Städten zeigt. 

Michael Edele neuer Caritasdirektor

Edele

Michael Edele ist seit dem 1. Januar 2018 neuer Direktor des Hamburger Caritasverbandes. Er folgt auf Hermann Josef Thiel.

Edele wurde am 12. Juni 1966 in Hamburg geboren. Nach einer kaufmännischen Ausbildung hat er Politik- und Verwaltungswissenschaften in Konstanz studiert. In den Jahren 1999 bis 2013 war Edele Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Hamburg (AGFW Hamburg). Im Anschluss wechselte er zum Hamburger Caritasverband, für den er als stellv. Direktor und Leiter des Zentralbereiches Migration und Existenzsicherung tätig war.

Der Caritasverband für Hamburg e.V. wurde 1925 gegründet. Er ist der Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche und Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege. In den Einrichtungen und zahlreichen sozialen Diensten der Caritas sind in Hamburg rund 150 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig.

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Arme und Obdachlose

Armut

Viele Menschen in Hamburg leben in Armut. Rund 1.000 Personen sind obdachlos, haben wenig Perspektiven und häufig auch eine angeschlagene Gesundheit. Die Caritas ist für diese Menschen da, mit zahlreichen Angeboten und Projekten. mehr

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Die Caritas in Hamburg

Wir über uns

Die Caritas ist der größte Wohlfahrtsverband in Deutschland und kann bundesweit auf eine über 100-jährige Geschichte verweisen. Der Hamburger Caritasverband wurde 1925 gegründet und trägt seither dazu bei, die Not der Menschen in der Hansestadt zu lindern. mehr